8.2.09

Der „Alte Silvester“ am 13.Jänner 2009 im Appenzell













Obwohl gesetzlich seit 1798 vorgeschrieben, weigerten sich die Urnäscher im Kanton Appenzelllänger als andere reformierte Ausserrhoder Gemeinden, den Gregorianischen Kalender anzuerkennen (1582 Kalenderreform durch Papst Gregor XIII). Sie hielten hartnäckig am alten Julianischen Kalender fest, der bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Appenzeller Kalender noch eingetragen war.
Die Ursprünge des Chlausens sind nicht bekannt. Lange als heidnisch bezeichnet, dürfte es nach neueren Forschungen auf einen spätmittelalterlichen, entarteten Nikolaus-Brauch zurück-zuführen sein. Erstmals wird das ‹Klausen› 1663 schriftlich erwähnt. Da wehrt sich die kirchliche Behörde gegen das „in der Nacht herumlauffen mit schellen und polderen in Form des Niklausens“. Noch lange versuchte die Obrigkeit vergeblich, dem oft wilden Treiben den Riegel zu schieben.
Obwohl viele Frauen tief mit dem Brauch verbunden sind, überlassen sie das „Chlause“ den Männern. „Chlause“ ist körperlich sehr anstrengend, „en Groscht“ samt Schelle oder Rolle wiegt bis zu 40 kg und „en Strech“ kann bis zu 20 Kilometer lang sein.

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